Aali muss los
von Finn-Ole Heinrich / Dita Zipfel
Eines Tages spürt Aali, dass er los muss, weg aus dem Kanal, in dem er so lange zu Hause war. Sogar weg von seinem Freund Frank, der Brasse. Aali kann es nicht erklären, aber etwas zieht ihn mächtig in die Ferne. So macht er sich auf, verlässt Frank, durchquert den quirligen Hafen, entkommt einem hungrigen Wels und würde sich vielleicht im offenen Meer verlieren. Wäre da nicht die liebenswerte Robbe Jorla. Sie begleitet Aali, mit ihr schwimmt er oder döst auf den Wellen, die beiden lassen es sich einfach gut gehen. Ist es das, was Aali gesucht hat? Obwohl es ihm fast das Herz bricht, muss Aali weiter, weg auch von Jorla. Weiter, tief hinaus ins Meer, tief hinab bis zum Grund. Am Ende seiner Reise verschwindet Aali vor unseren Augen im Wald aus Sargassogras. Und dann? Weiß man nicht. Die letzten Augenblicke im Leben der Aale bleiben ein Geheimnis, kein Mensch konnte sie je beobachten.
Ist das ein passendes Ende für ein Theaterstück, fragen Sie sich? Es ist jedenfalls eines der schönsten. Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel geben der kindlichen Neugier Nahrung. Sie sparen nicht mit biologischen Details aus dem Leben der Aale, Wörter, deren Klang allein schon geheimnisvoll ist, deren Sinn Kinder vielleicht noch nicht kennen, deren Bedeutung für Aali sie aber erspüren können, denn sie schwimmen einfach mit, können gar nicht anders. Wie ein Magnet zieht dieses Stück die Protagonisten und das Publikum zum Ende, das ein Anfang ist und ein Geheimnis zugleich.
Das Stück und die Inszenierung sind im Rahmen von „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“, ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e. V., mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert worden.
Besetzung: 3 Darsteller/innen
Alter: empfohlen ab 8
Uraufführung: 06.04.2025, Theater Regensburg